Lernwerkstatt
 
Auch die sogenannte Lernwerkstatt gehört zu einer pädagogischen Grundkonzeption, die man mit „Öffnung des Unterrichts” bezeichnet. Genau wie das Lernen an Stationen verfolgt diese Unterrichtsform das Ziel, den Kindern Lernwege zu eröffnen, auf denen sie sehr viel selbstständig entscheiden müssen und auch die Verantwortung für ihr eigenes Tun übernehmen.
Die Lernwerkstatt unterscheidet sich vom Stationenlernen dadurch, dass sie erheblich umfangreicher angelegt ist und das jeweilige Thema aus der Perspektive verschiedener Fächer bearbeitet wird.
So kann z.B. eine Lernwerkstatt zum Thema Sommer Lernangebote enthalten mit Texten (z.B. Gedicht zum Sommer), mathematischen Aufgabenstellungen (z.B. kalenderbezogene Rechenaufgaben), biologischen Fragestellungen (Pflanzen und Tiere), um nur einige wenige zu nennen.
Wegen der räumlichen Enge in den Klassen wird ein Werkstattangebot oft so organisiert, dass es zu jedem Angebot einen Kasten gibt, in dem die Lernmaterialien zu finden sind. Die Kinder wählen dann unter den vorhandenen Kästen aus und begeben sich mit dem Material an ihren Tisch. Diese Lernangebote werden auch oft mit einem oder mehreren Partnern in der Gruppe bearbeitet.
Sehr häufig gibt es in den Klassen auch für jedes Angebot einen Experten / eine Expertin. Diese Kinder kennen das entsprechende Angebot gut und können bei Fragen oder Problemen den anderen helfen.
Genau wie beim Lernen an Stationen ist die Lehrerin hier mehr Beobachterin und Organisatorin, die auch genau registrieren muss, was das einzelne Kind im Rahmen der Lernwerkstatt arbeitet.
Sowohl für das Stationenlernen als auch das Werkstattlernen gilt, dass es sich um wichtige Ergänzungen des Unterrichts handelt, die das methodische Repertoire der Schule erweitern und neben den üblichen Unterrichtsformen praktiziert werden.